Mittwoch, 26. September 2012

White Horse (Rezension und ein kleiner Ausraster)

von Alex Adams

Erschienen:
September 2012 im Piper Verlag

Seiten:
448 Seiten
Teil einer Serie?
Ja, erster Teil einer Trilogie










Um was geht es?

Zoe Marshall lebt in einer Welt, in der nichts mehr so ist wie es war. Ein gefährlicher Virus hat fast die gesamte Menschheit ausgelöscht. Wer nicht gestorben st, hat sich zu einer mitunter grausigen Mutation entwickelt.
Doch Zoe gibt die Hoffnung nicht auf und macht sich auf die gefährliche und lange Suche nach ihrer großen Liebe Nick.




Was denke ich darüber?

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, als ich es bei Lovelybooks gewonnen und habe als Testleserin bei der dazugehörigen Leserunde teilgenommen durfte. Es war meine erste Leserunde und ich muss sagen, ich habe es nicht bereut mitgemacht zu haben.

Das Cover vermittelt sehr gut die dunkle und bedrückende Stimmung, die in diesem Buch vorherrscht und gibt dem Leser einen ersten Eindruck, mit was er es zu tun bekommt. Auch die Innenseiten der Klappbroschur sind im gleichen Motiv gestaltet und führen die bedrückende Stimmung fort.
Alex Adams schreibt aus der Sicht von Zoe und hat es mir damit leicht gemacht mich in Zoe hineinzuversetzen. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Geschichte abwechselnd im "Damals" und im "Jetzt" erzählt wird. Man kann sich so mit Zoe auf die Suche nach Nick machen und gleichzeitig erfährt man immer ein wenig mehr, wie es zu dieser schrecklichen Seuche kommen konnte, die so viele Menschen das Leben gekostet hat.

Was die Charaktere angeht hat Alex Adams wirklich eine großartige Arbeit geleistet. Man erlebt, wie sich Zoe sich während der Geschichte weiterentwickelt. Sie ist mit ihren 30 Jahren auch keine Jugendliche mehr, wie man sie häufig in Dystopien antrifft. Sie ist intelligent, mutig und selbstbewusst.
Außerdem findet man in diesem Buch auch den ein oder anderen Charakter, den man im Laufe der Story wirklich zu hassen beginnt. Ich übertreibe hier keineswegs, wer das Buch gelesen hat, weiß ganz genau wen ich damit meine. Solch polarisierenden Charaktere gibt es leider nicht in jedem Buch.
Die Geschichte selbst ist wirklich gut. Die Grundidee wurde in den meisten Fällen auch richtig gelungen umgesetzt. Aber es gibt doch auch das ein oder andere zu beanstanden.

Aber zuerst mal zu den positiven Punkten. Ich habe schon so einige Dystopien gelesen, aber "White Horse" ist eine der wenigen, die ich als wirklich realistisch empfunden habe. Der Grund für die Seuche scheint nicht weit hergeholt und auch die Folgen scheinen mehr als plausibel. Man bekommt einen guten Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele und es ist mir nicht schwer gefallen zu glauben, dass es wirklich so sein könnte.

Alles in allem ist diese Dystopie viel düsterer und emotional aufreibender als alle, die ich bisher gelesen habe. Die Charaktere sind reifer und weniger naiv, als man sie aus anderen Büchern kennt und, zumindest für mich, stand nicht unbedingt die Liebesgeschichte zwischen Zoe und Nick im Mittelpunkt, sondern eher Zoe körperlich und emotional beschwerliche Reise.
Leider muss ich sagen, dass aus meiner Sicht die Geschichte stellenweise etwas vor sich hinplätscherte und mehrere Seiten lang nichts wirklich spannendes passiert ist. Auch der endgültige Nervenkitzel und das "Spannungsherzklopfen" ist bei mir während des Buches ausgeblieben. Zwar hat mich das Buch zu Beginn sehr an ein Horror-Survival-Computerspiel erinnert, weil sehr oft mit dem nicht offensichtlichen Grauen gespielt wurde, aber einen richtigen Spannungsbogen konnte ich für mich nicht finden.

Was das Ende angeht muss ich jetzt etwas spoilern, denn es hat mich wirklich aufgeregt!  Also alle, die das Buch noch nicht gelesen haben, einfach nicht den nächsten Bereich markieren!

Was war das denn für ein Ende? Da kämpft sich Zoe schwanger durch so eine gefährlich Welt, setzt ihr eigenes Leben und das ihres Kindes aufs Spiel um Nick zu finden und muss dann während der Reise durch den Brief erfahren, dass er vielleicht gar nicht mehr lebt. Völlig am Ende will sie Nick Mission, nach seinen Eltern zu sehen, erfüllen und was sieht sie? Nick in Badehose und mit Angel, wie er von Strand kommt. Und sie hat nichts besseres zu tun, als im überglücklich um den Hals zufallen. Was soll das denn? Sie stirbt fast auf dem Weg zu ihm und er macht Cluburlaub im Hotel Mama?! Wie kann er denn behaupten das er sie liebt, wenn er es nicht mal für nötig befindet, zu ihr zurück zu kehren und ihr zu sagen/zeigen, dass er noch lebt?! Was hat sich die Autorin denn dabei nur gedacht?


Über dieses Ende habe ich mich total aufgeregt. Es hat so gar nicht zu der sonst so gut durchdachten und erzählten Geschichte gepasst.

Zusammenfassend kann ich dieses Buch aber nur empfehlen. Eine anspruchsvolle Dystopie, die einen mit in eine düstere Welt nicht, die vielleicht gar nicht so unwahrscheinlich scheint.


Vielen Dank an dieser Stelle auch nochmal an Lovelybooks und den Piper Verlag für das Testexemplar.


Bewertung:

didn't like it didn't like it didn't like it didn't like it it was amazing
 

1 Kommentar:

  1. Hatte das Buch schon paar Mal in Händen, aber hab mich immer wieder dagegen entschieden. Zu Recht wie ich nun sehe... Hasse Bücher mit blöden Ende.

    LG
    Jessi
    http://jessireneleseratten.blogspot.de/

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