Montag, 15. Oktober 2012

Forbidden

  
von Tabitha Suzuma

Erschienen:
August 2011 im Oetinger Verlag

Seiten:
448 Seiten

Teil einer Serie?
Nein



Wie kann eine Liebe, die so falsch und so tabu ist sich doch so richtig anfühen? Lochan und Maya haben es nicht leicht. Ihre Mutter hat ein Alkoholproblem und einen neuen Freund, darum kümmert sie sich so gut wie gar nicht mehr um ihre 5 Kinder.
Darum nehmen sich der 17-jährige Lochan und seine 13 Monate jüngere Schwester Maya der Familie an, damit diese nicht auseinander gerissen wird und sie das letzte verlieren, was sie auf der Welt noch haben. Doch mit der Zeit entdecken sie ihre Gefühle füreinander wodurch die Situation für sie selbst und die ganze Familie noch problematischer wird - mit ungeahnten Folgen für alle.



Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, denn Tabitha Suzuma hat sich mit dem Thema Inzest ein großes Tabuthema vorgenommen und es in ein Jugendbuch verpackt. Ich war also sehr neugierig, wie sie es geschafft hat, dieses brisante Thema an Jugendliche heranzubringen.

Das Cover ist wirklich schön und hat mich irgendwie leicht an "American Beauty" erinnert, wegen der Rosenblätter auf dem Cover. Auch das Dornenherz lässt schon erahnen, dass es in dem Buch keine locker flockig und einfache Liebesgeschichte geben wird.


Bei den Charakteren war ich leider etwas zwiegespalten. Lochan wurde erst auf den letzten 50 Seiten des Buches für mich richtig greifbar, auch wenn ich trotzdem keinerlei Verbindung zu ihm aufbauen konnte. Maya und die anderen Geschwister waren zwar gut und detailiert dargestellt, aber irgendwie konnten auch sie mich nicht wirklich einfangen und mitreissen.
Lochan und Maya sind beide größtenteils ohne Eltern aufgewachsen und mussten sich schon früh um die jüngeren Geschwister und den Haushalt kümmern. Daher sind sie, was das Verhalten angeht, schon sehr reif und ihrem Alter weit voraus. Allerdings muss ich sagen, dass die emotionale Reife nicht oder nur sehr schwach vorhanden ist. Sowohl Lochan als auch Maya sind gefühlsmäßig sehr labil und neigen zu extremen Reaktionen. So kam ich mir zeitweise vor wie in einer Seifenoper, in der ständig zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt gewechselt wurde. Das ging mir mit der Zeit dann doch etwas auf die Nerven. Man kam richtig gehend in einen Schleudergang aus Gefühlen, die aber so stark überzeichnet waren, das es schon wieder lächerlich wurde.


"Forbidden" wechselt immer zwischen der Sichtweise von Lochan und Maya, weshalb man an und für sich einen guten Überblick über das Gefühlsleben der beiden hat, obwohl es doch schon sehr oft zu Wiederholungen kam.
Mit der Schreibweise hatte ich anfangs noch so meine Probleme, bin aber dann nach ein bis zwei Kapitel dannganz gut reingekommen und konnte das Buch recht schnell auslesen.


Was die Handlung angeht, so bin ich unschlüssig. Das größte Problem ist, dass ich von Anfang an Lochan und Maya eigentlich nicht als Bruder und Schwester, sondern mehr als ein ganz normales Paar wahrgenommen habe. Es lag wohl daran, dass ich bei den beiden die "Bruder-Schwester-Beziehung" gar nicht wahr genommen habe. Kaum etwas an deren Handeln hat für mich wirklich das Gefühl erweckt, dass die beiden Geschwister sind. Aus diesem Grund war für mich das ganze Buch weit aus weniger schockierend oder bahnbrechend.

Für mich war das Buch eigentlich recht durchschnittlich und die Geschichte hat mich eigentlich recht kalt gelassen, bis zum letzten Kapitel. Das Ende hat für mich doch einiges wieder herausgerissen, denn es hat mich tatsächlich während des ganzen Lesens endlich mit den Charakteren mitfühlen lassen.
Auch wenn Tabitha Suzuma an sich gut schreibt hat für mich war es nur wieder eine Geschichte, in der es einem Jungen und einem Mädchen nicht bestimmt ist zusammen zu sein, sie sich aber trotzdem lieben und für ihre Liebe ihr Glück aufs Spiel setzten. Allerdings war das tragische Ende der beiden sehr passend und hat gut in die Geschichte gepasst.


Ein gutes Buch, wenn auch für mich trotz des Tabuthemas Inzest nicht wirklich schockierend.


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