Samstag, 10. November 2012

Die Verratenen





Erschienen:
Oktober 2012 im Loewe Verlag


Seiten:
460 Seiten, Hardcover


Teil einer Reihe?
Ja, ersten Teil einer Trilogie






Seit "der langen Nacht" hat sich die Welt radikal verändert. Wer Glück hat lebt in warmen und sicheren Sphären, während einige Clans in der unerbittlichen Kälte der Außenwelt jeden Tag ums Überleben kämpfen müssen.

Ria gehört zu den Elitestudenten einer angesehenen Sphärenakademie und hat gemeinsam mit ihrem Freund Aureljo eine großartige und schillernde Zukunft vor sich. Als sie jedoch eines Tages versehentlich ein brisantes Gespräch belauscht bricht ihre Welt zusammen. Sie und ihre Freunde sollen Mitglieder einer Verschwörung sein und dafür mit dem Tode bestraft werden.

So versucht Ria ihr Leben und das ihrer Freunde zu retten, doch kaum einer glaubt ihr und so beginnt für die einstigen Elitestudenten eine riskante Flucht.




Ich liebe die Bücher von Ursula Poznanski, darum war ich auf dieses Buch sehr gespannt. Da ich außerdem auch gerne Dystopien lese, war für mich sofort klar, dass ich dieses Buch haben muss. 

Allerdings ist "Die Verratenen" weniger eine Dystopie, wie man sie kennt, sondern mehr ein Thriller mit dystopischem Einschlag.



Das Cover hat für mich zuerst viele Fragen aufgeworfen, denn ich konnte zu Beginn nicht wirklich erraten, warum ein Blatt auf dem Cover abgebildet ist und was die kleinen Waben bedeuten sollen. Zumindest was das Blatt betrifft bin ich während des Lesens schlauer geworden.

Für mich strahlt das Cover eine gewisse Düsternis und auch Gefahr aus, die gut zu Rias Lage im Buch passt.



Ria ist eine junge Erwachsene, die eine große Begabung für Rhetorik besitzt. Sie kann Menschen sehr gut einschätzen und weiß auch genau, wie sie diese von einer Meinung überzeugen kann.

Was eine sehr nette Abwechslung zu den anderen Dystopien ist, die ich bisher gelesen habe, ist dass Ria und Aureljo in dieser Geschichte bereits ein Paar sind und somit diese ewige "bekommen-sie-sich-oder-nicht-Arie" wegfällt.

Allerdings war mir Aureljo sehr unsympathisch. Für meinen Geschmack war er zu sehr von sich selbst überzeugt und ich konnte ihn nicht wirklich einschätzen, deshalb hatte ich ihn auch immer im Verdacht etwas hinterhältiges zu planen.

Die Charaktere in diesem Buch sind alle (bis auf Tomma) sehr reif und intelligent. Selbst die jüngeren in der Gruppe verhalten sich weniger wie pubertäre Teenager, als man es vielleicht erwarten würde. Und sogar die Clanmitglieder haben interessante Charaktereigenschaften mitbekommen, die sie teilweise sehr sympathisch und einzigartig machen.

Die Geschichte wird aus Rias Sicht erzählt und ist danke der gewohnt flüssigen Schreibweise von Ursuala Poznanski gut zu lesen.

Es hat mir gut gefallen, dass schon recht früh in der Geschichte eine gewisse Dynamik entstanden ist, die aber meiner Meinung nach nicht wirklich aufrecht erhalten wurde.


Die Idee der Geschichte ist eigentlich gar nicht mal schlecht, zwar nicht neu, aber zumindest ist die dystopische Welt in der Ria und ihre Freunde leben doch sehr plastisch und plausibel beschrieben. Obwohl ich mir zumindest ein weniger mehr Erklärung für die oft erwähnte "lange Nacht" erhofft hätte.

Gut fand ich auch, dass man zu Beginn etwas von Rias geordnetem und sicherem Leben mitbekommen hat und so der gravierende Einschnitt und die Umstellung für sie auf das Leben in der Wildnis besser zu verstehen war.

Wenn ich jetzt im nachhinein die Geschichte zusammenfassen müsste, wäre das in wenigen Sätzen geschehen, denn an manchen Stellen war mir das Ganze etwas zu langatmig. Auch hat mir an machen Stellen einfach die Spannung gefehlt. Trotzdem habe ich mich doch öfters dabei ertappt, wie ich mich immer und immer wieder gefragt habe, wer der Verräter ist. Und zumindest hier hat Ursula Poznanski ganze Arbeit geleistet, denn ich lag falsch, wie sich am Ende herausgestellt hat.

Ich habe auch bereits eine gewisse Ahnung, wie die Story weiter gehen könnte, hoffe aber sehr auf die ein oder andere Überraschung.

Alles in allem ist das Buch durchaus lesenswert, auch wenn mir stellenweise doch etwas spannender hätte sein können.











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