Dienstag, 20. November 2012

Pandemonium







 
 
Erschienen:
November 2012 im Carlsen Verlag

Seiten:
352 Seiten

Teil einer Serie?
Ja, 2. Teil der Amor-Trilogie






Lena hat es geschafft. Sie konnte in die Wildnis fliehen, doch der Preis, den sie für ihre Flucht zahlt ist höher als erwartet, denn ihre große Liebe Alex wurde bei diesem gefährlichen Fluchtversuch geschnappt. Für Lena ist eines klar: Alex ist tot!
 
So muss Lena nun alleine ein neues Leben in der Wildnis beginnen. Doch auf ihrer Suche nach einem neuen Lebenssinn gerät das junge Mädchen bald in höchste Lebensgefahr und stößt auf Entdeckungen, die ihr ganzes Leben verändern.

 

 
Auf Pandemonium habe ich mich sehr gefreut. Nachdem mich das Ende von "Delirium" doch sehr verstört und aufgewühlt zurück gelassen hat, konnte ich es kaum erwarten, wie es mit Lena weitergeht und wie ihr Leben in der Wildnis aussehen wird.
 
 
 
Ich finde, dass die Cover der Amor-Trilogie bisher wirklich schön und ansprechend gestaltet waren. Nicht zu überladen und in sehr dezenten Farben. Außerdem finde ich es ein nettes Detail, dass man, wenn man das Buch leicht schräg hält das aufgedruckte Wort "Kampf"  lesen kann. Das finde ich eine sehr schöne Idee, denn das Wort spiegelt gut den Inhalt des Buches wieder.
 
 


Lena hat mir in diesem Buch wirklich gut gefallen. Sie ist von einer Sicherheitsfanatikerin, die alles tut um nicht aufzufallen, zu einer Rebellin geworden. Man erkennt deutlich, dass sie sich gegenüber dem ersten Band weiterentwickelt hat und stärker geworden ist.
 
Sehr angenehm empfand ich auch, dass sie nicht während des gesamten Buches im Selbstmitleid, wegen des Verlusts von Alex, gebadet hat, sondern sehr schnell begonnen hat nach vorne zu blicken und ihr neues Leben zu leben.
 
Julian empfand ich an manchen Stellen als zu stereotyp. Der nette Junge, der eine traurige Kindheit hinter sich hat und sich nun in ein starkes unabhängiges Mädchen verliebt. In einigen Situationen war Julian für meinen Geschmack einfach zu nett und weich, wenn ihr versteht was ich meine.
 
Was die "Invaliden" betrifft hat die Autorin sich nach Kräften bemüht jedem einen eigenen Charakter zu geben und sie einzigartig zu machen. Das ist ihr in weiten Teilen auch durchaus gelungen. So ist Raven für mich doch sehr greifbar auch wenn ich gegen Ende kurz an ihrem Charakter gezweifelt habe.


 
Lauren Oliver hat sich entschieden "Pandemonium" in zwei parallel laufenden Handlungssträngen zu erzählen. So erfährt man abwechseln etwas aus der Zeit, als Lena frisch in der Wildnis angekommen ist und aus dem "jetzt", also der momentanen Situation, in der Lena lebt.
 
Die Tatsache, das die Geschichte mit einem "jetzt-Kapitel" beginnt, war für mich zu Anfang doch etwas verwirrend und es hat einen Moment gedauert, bis ich verstanden habe, was eigentlich genau passiert.
 
Da es während des Buches nur wenige kurze Rückblenden gibt ist es manchmal etwas schwierig der Geschichte zu folgen. Ich habe den ersten Teil schon vor einiger Zeit gelesen und daher waren nicht mehr alle Fakten des ersten Teils in einer Erinnerung präsent, was ab und an für Chaos in meinem Kopf gesorgt hat. Im Laufe der Erzählung bin ich aber nach und nach recht gut wieder in die Story gekommen.
 
 

Ich war so gespannt auf die Fortsetzung und hatte schon befürchtet mich durch ein Buch mit mittelmäßiger Story schleppen zu müssen, doch ich wurde glücklicherweise vom Gegenteil überrascht.
 
Das Leben, das die Invaliden und nun auch Lena führen klingt für mich sehr realistisch und wird nicht durch die Autorin romantisch verfälscht, was wirklich gut ist. Man erfährt sehr deutlich, wie schwierig das Leben der Menschen abseits der "Zivilisation" sein kann.
 
An manchen Stellen der "jetzt-Kapitel" fand ich es etwas nervig, dass wieder genau dann eine "damals"-Sequenz eingeschoben wurde, wenn es im "jetzt-Kapitel" spannend wurde.
 
Die Beziehung zwischen Julian und Lena fand ich recht vorhersehbar und ich weiß auch noch nicht so recht, was ich davon halten soll, da in meinen Augen Julian charaktermäßig nicht zu Lena passt. Trotzdem wirft aber genau diese Beziehung die Frage auf, wie viel Zeit vergehen muss/soll bis man sich auf eine neue Beziehung einlassen kann/darf. Wie lange trauert man einem geliebten Menschen hinterher bevor man wieder sein Leben vollständig aufnehmen kann?!
Schon relativ früh entwickelt sich im Buch eine gewisse Dynamik und Spannung, die während der Geschichte doch ganz gut aufrecht erhalten wird. Leider sind aber einige Ereignisse doch auch recht vorhersehbar, was dann doch wieder die Spannung mindert.
 
 
 Am Schlimmsten empfand ich aber den Cliffhänger am Schluss, denn er weißt schon auf eine gewisse Entwicklung für den 3. und letzten Band hin, die mir eigentlich gar nicht gefällt. Ich hoffe jedoch, dass es Lauren Oliver doch noch schafft mich mit dem letzten Band zu überraschen.
 
Ich muss wirklich sagen, dass Lauren Oliver mit diesem Buch eine gelungene Fortsetzung zu dieser Trilogie geschrieben hat. Ich werde mir den letzten Band auf keinen Fall durch die Lappen gehen lassen.


1 Kommentar: