Donnerstag, 20. Dezember 2012

Die Bestimmung 2 - Tödliche Wahrheit





von Veronica Roth

Erschienen:
Dezember 2012 im cbt Verlag

Seiten:
 512 Seiten

Teil einer Serie?
Ja, 2. Teil einer Trilogie

Originaltitel:
 Insurgent





Tris und Four fahren einer ungewissen und gefährlichen Zukunft entgegen, denn die Welt, wie die beiden sie kennen, gibt es nicht mehr.

Egal wohin sie flüchten, sie scheinen nirgendwo sicher zu sein, denn die Ken wollen ihren Tod.

Auf der Flucht müssen die beiden Ferox schwerwiegende Entscheidungen treffen, deren Folgen sie nicht mal erahnen können.

Wird es ihnen gelingen einen Weg zu finden den Krieg zu beenden? Und für welche Seite werden sie sich entscheiden?





Dieser Fortsetzung habe ich so sehr entgegen gefiebert, denn schon der erste Teil hat es geschafft mich in eine andere Welt zu entführen und mich zu begeistern.

Das war auch der Grund, warum ich den ersten Band dieser Trilogie zu Beginn dieses Monats noch einmal gelesen habe. Ich wollte den zweiten Teil einen guten und reiblungslosen Einstieg zu bekommen.



Das Cover finde ich unheimlich gelungen. Die Farben gefallen mir sehr gut und das Zeichen der Amite gibt schon mal einen guten Hinweis, auf was man sich in der Geschichte gefasst machen kann. 

Ich muss auch sagen, dass obwohl ich auch das Cover des ersten Teils schon hübsch fand, mir das Cover des zweiten Bands doch noch etwas besser gefallen hat.




Was die Charaktere betrifft bin ich etwas zwiegespalten, denn sie waren für meinen Geschmack zeitweise etwas anstrengend und frustrierend.

Man merkt sofort, dass sich Tris im Laufe des ersten Teil der Trilogie schon sehr weiter entwickelt hat. Leider habe ich von einer Weiterentwicklung in diesem Band nicht viel gemerkt. Sie hat einen sehr impulsiven Charakter und obwohl sie durchaus intelligent ist, handelt sie meist erst bevor sie mal nachdenkt. Sie erinnert mich irgendwie immer an ein Pulverfass, das jederzeit hochgehen kann. Es scheint kaum möglich zu sein mit ihr eine vernünftige Unterhaltung zu führen, ohne dass sie gleich ausflippt und um sich tritt.

Es hat mich auch etwas verwirrt, dass sie während der ersten Hälfte des Buchs sich immer wieder in selbstmörderische Aktionen gestürzt hat (ohne wirklich darüber nachzudenken), aber sie einen Selbstmord kategorisch für sich ausschließt, weil sie das Leben, das ihre Eltern ihr durch ihren Tod ihr geschenkt haben, nicht einfach beenden will. Das passt doch nicht zusammen und auch die Erklärungsversuche in der zweiten Hälfte habe die Sache für mich nicht wirklich verständlicher gemacht.

Sehr schade fand ich, dass ich keinen richtigen Draht zu Tobias finden konnte. Irgendwie ist er mir während des Buches doch recht fremd und unnahbar vorgekommen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich irgendetwas besonderes in ihm finden könnte, was ich eigentlich gehofft hatte. Er bleibt für mich nach wie vor kühl und irgendwie unnahbar.

Die übrigen Charaktere sind, wie schon im ersten Teil, sehr detailert und liebevoll gestaltet, was es mich leicht macht sie entweder zu "lieben" oder zu "hassen".



Der Schreibstil ist, wie auch im ersten Band, sehr gut und flüssig. Veronica Roth hat wirklich die Gabe mit ihrer Art zu Schreiben die Welt, in der die Geschichte spielt, vor meinem Inneren Auge erscheinen zu lassen. Und das passiert bei mir nicht sehr oft und auch nicht so gut. 

Ich habe mich wirklich in das Geschehen hineinversetzten können und mit den Charakteren mitfiebern und mitleiden können.



 Dank des Re-Reads des ersten Teils bin ich sehr gut in die Geschichte hinein gekommen und hatte keinerlei Probleme den Anschluss zu finden. Ich könnte mir aber vorstellen, dass wenn der erste Band schon vor etwas längerem gelesen wurde es schwieriger ist wieder einzusteigen.

Die Handlung an sich hat mir schon sehr gut gefallen und hatte mir auch dank der vielen Action kaum Zeit zum langweilen gelassen.

Allerdings muss ich sagen, dass mir besonders zwei Dinge sehr auf die Nerven gegangen sind.

Zum einen die ständige Beziehungsstreiterei zwischen Tris und Tobias. Das war für mich als Leser sehr aufreibend und anstrengend, sodass ich ab und an einfach nur dachte "Entweder redet ihr jetzt ruhig und vernünftig miteinander oder ihr trennt euch!". Dieser immer wiederkehrende Streit wurde mir irgendwann langweilig. Etwas mehr Kommunikation wäre alles gewesen, damit die Beiden wieder eine ruhige Beziehung (soweit es möglich gewesen wäre) hätten führen können. Aber beide sind zu temperamentvoll und zu impulsiv.

Auch gestört hat mich, dass Tris immer wieder im Selbstmitleid versunken ist. Ich kann gut verstehen, dass sie ihre Vergangenheit belastet, aber wenn man das in jedem Kapitel immer wieder aufs Brot geschmiert bekommt, dann ist das nicht nur überflüssig, sondern auch nervig.

Was das Ende angeht, weiß ich nicht so recht was ich davon halten soll. Es ist auf jedenfall etwas offener gestaltet, als sein Vorgänger und lässt sehr viele Fragen und Interpretationsmöglichkeiten offen, was zweifellos auch so gewollt ist. Aber für mich hat einfach etwas gefehlt, dass das Ende unvergesslich macht.

Ich bin schon sehr gespannt, wie diese Trilogie enden wird und wie Veronica Roth alles auflöst, auch wenn ich so den ein oder anderen Verdacht habe.

Alles in allem ist diese Fortsetzung auf jedenfall lesenswert, auch wenn sie nicht ganz an den ersten Teil dieser Trilogie herankommt. Leider hat sie mich einfach nicht so mitreißen können wie sein Vorgänger.









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