Sonntag, 6. Januar 2013

Winterlied







Seiten:
124 Seiten als E-Book

Teil einer Serie?
Nein









Tir ist ein Gaukler und Wanderer. Da der Winter eingebrochen ist sind seine Sippe und er gezwungen Unterschlupf in einer Burg zu suchen. Dort lernt er auch die Tochter des Burgherrn kennen. Doch irgendetwas stimmt mit ihr nicht. Sowohl um sie, als auch um die Burg und die Wanderer gibt es mysteriöse Geschichten. Und schon bald müssen Tir und die junge Ailys feststellen, dass es mehr sind als Gerüchte.



Die Autorin dieses Buches hat mich kontaktiert und gefragt, ob ich nicht Lust hätte eines ihrer Bücher zu lesen und zu rezensieren. Ich habe dann etwas in ihren Werken gestöbert und mich dann auf Grund der Jahreszeit für "Winterlied" entschieden.



Das Cover finde ich wirklich schön. Es strahlt eine gewisse Stimmung aus, die man auch durchweg im Buch wiederfinden kann. Alleine das Cover hat es schon geschafft mich in winterliche Stimmung zu versetzen und mich auf die Geschichte einzustimmen.




Bei den Charakteren habe ich mich doch anfangs etwas schwer getan, da es doch einige sind und zum Teil die Namen nur recht schwer auseinander zu halten waren. Besonders da es sich um Mittelalterliche Namen handelt, ist es schwer einen Überblick zu behalten, wer wer ist und wie wer mit wem zusammenhängt.

Ailys hat mir als Charakter recht gut gefallen. Man kann sich gut in sie hineinversetzten und ich hatte von Anfang an dieses junge zerbrechliche blinde Mädchen vor Augen, die in einem goldenen Käfig sitzt und ein eher tristes Leben führen muss, in dem sie kein Mitspracherecht hat.

Im Laufe der Geschichte erkennt man aber eine deutliche Weiterentwicklung von dem Mädchen, dass sich alles gefallen lässt hin zu einer jungen Erwachsenen, die sich nicht länger belügen und kontrollieren lassen will. Das hat mir gut gefallen.

Tir ist charakterlich auch recht gut beschrieben, allerdings habe ich zu ihm weniger einen Draht gefunden. Er ist von Beginn an stark, mutig und dominant. Allerdings empfinde ich ihn als relativ kühl, wenn es darum geht seine Familie/ Sippe zu verlassen. Man merkt ihm im Bezug darauf kaum Emotionen an, was ich sehr schade finde.

Die restlichen Charaktere sind gut beschrieben doch konnten mich nicht besonders berühren oder fesseln.


Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin hat es schafft mich schon auf den ersten Seiten mit in das Buch zu nehmen. Sie versteht es sehr gut die Umgebung und die Stimmung zu beschreiben, was es sehr leicht man sich die Kulisse des Buches vorzustellen.

Die Geschichte wird aus sich abwechselnden Sichtweisen erzählt, was es stellenweise schwer macht den Überblick zu behalten, wer jetzt eigentlich gerade die Situation erlebt.

Zwischendurch gibt es immer wieder Einschübe, die von einer bis dahin unbekannten Yanna erzählt werden. Auch das hat mich zeitweise etwas verwirrt, denn ich wusste nicht so genau, wer das ist und was diese Einschübe zu bedeutet haben. Erst nach und nach erkennt der Leser, was die Autorin mit diesen Einschüben erreichen will.

Ansonsten lässt sich das Buch sehr schnell und leicht weglesen und hat mir so die Geschichte sehr angenehm gemacht.


Die Grundidee der Handlung finde ich sehr gut und zum größten Teil ist diese auch sehr gut umgesetzt und schlüssig, doch es hat mir deutlich an Spannung und Nervenkitzel gefehlt. So erfährt man zwar, dass in der Burg etwas nicht stimmen kann und das es viele Geheimnisse um die Charaktere gibt, doch die Spannung konnte mich nicht packen.

Sehr gut fand ich allerdings, dass die Geschichte kurz gehalten ist und dadurch unnötige Situationen vermieden wurden, die alles nur unnötig in die Länge ziehen würde.

Das Ende kam etwas überraschend und war recht schnell erledigt, doch zumindest wird man nicht mit einem offenen Ende zurück gelassen, bei dem man schlussendlich nicht weiß, wie alles zu Ende geht.


Alles in allem ist es ein gutes Buch, dass man schnell weglesen kann und dass es geschafft hat mich mit sich in eine winterliche Mittelalterwelt zu nehmen.



Ein ganz großes Dankeschön an Birgit Otten für das Rezensionsexemplar.

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