Montag, 4. März 2013

Im Pyjama um halb vier




von Gabriella Engelmann und Jakob M. Leonhardt

Erschienen:
Januar 2013 im Arena Verlag


Seiten:
237 Seiten

Teil einer Serie?
Nein




Es fängt als kleine Verwechslung an, doch schon bald werden aus den Fremden Lulu und Ben sehr gute Freunde. Die beiden erzählen sich ihre Geheimnisse und sprechen über ihre Gefühle und merken schnell, dass sie nicht mehr ohne einander auskommen wollen. Doch wird es den den beiden gelingen auch im echten Leben zueinander zu finden?



Ich habe schon ein paar Bücher von Gabriella Engelmann gelesen, die mir sehr gut gefallen haben, darum war ich auf dieses Buch sehr gespannt. Da mich das Thema an eine Mischung aus "Gut gegen Nordwind" von Daniel Glattauer und "Wir beide, irgendwann" von Jay Asher erinnert hat, war für mich klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss.




Das Cover hat mir nicht sonderlich gut gefallen. Es ist zwar sehr schlicht gehalten, aber irgendwie finde ich, dass es nicht viel mit dem eigentlichen Inhalt des Buches aussagt.




Lulu fand ich recht sympathisch. Sie scheint einen sehr positiven Charakter zu haben und geht offen auf die Menschen zu, was mir sehr gut gefallen hat. Es macht den Eindruck, als würde sie immer ganz genau wissen, was sie will und was nicht. Gleichzeitig strahlt sie eine Durchsetzungskraft aus, mit der sie ihren Willen auch umsetzen kann. Ich fand es sehr erfrischend, eine so positive und reife Protagonistin, die aber gleichzeitig noch mitten in der Pubertät steckt, zu erleben.

Was Ben angeht war ich am Anfang gar nicht überzeugt. Seine sehr reife Sichtweise auf Dinge und die "tiefgründigen" Fragen, die er zeitweise gestellt hat, haben mich daran zweifeln lassen, ob es sich wirklich um einen Jugendlichen handeln.

Daher war ich gegen Ende des Buches doch sehr über die unerwartete Wendung überrascht, die für mich dann alles aufgeklärt hat und Ben wesentlich greifbarer und glaubwürdiger gemacht hat.

Ich fand es auch spannend, dass man immer wieder das Wesen der anderen Charaktere während der "Umfragen" erleben konnte, auch wenn es bei weitem nicht dazu ausgereicht hat, sie wirklich kennen zu lernen und viele Persönlichkeiten eher stereotyp waren.

Der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Da das Buch im Chatstil aufgebaut wird, weiß man immer genau, was die Charaktere denken und fühlen. Das klappt besonders gut, da Ben und Lulu (fast) die ganze Zeit sehr offen und ehrlich miteinander umgehen und man so nie in die Verzweiflung kommt, nicht zu wissen, was der jeweils andere denkt.

Auf Grund dieses Schreibstils konnte ich das Buch nahezu in einem Rutsch durchlesen. Es ist locker und flüssig aus der Sicht von zwei Jugendlichen geschrieben, ohne dabei zu modern oder kitschig zu sein. Das hat mir sehr gefallen und mir das Lesen erleichtert.


Die Idee für die Handlung fand ich wirklich lustig, wenn auch nicht ganz neu. Es hat mich alles etwas an "Gut gegen Nordwind" erinnert, wenn auch die E-Mails von der Thematik her in eine andere Richtung gehen. Ein bisschen was von "Doktor Sommer" hat es auch, was bestimmt für vor allem für junge Leser spannend sein wird - immerhin erfährt man auch sehr viel über die Sichtweisen der beiden Geschlechter.

Es gab zwar immer wieder etwas tiefgründigere Passagen, doch alles in allem war es mir stellenweise etwas zu seicht.

Wirklich überrascht hat mich dann allerdings die Wendung gegen Ende des Buches, denn damit hatte ich nicht gerechnet und es gibt der ganzen Story eine andere Dimension. So wird diese Handlung zu etwas, das was nicht schon oft gelesen hat, sondern hat es geschafft bei mir einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
 
Dadurch, dass Ben seine Gefühle und Handlungen so gut schildert bekommt man einen tiefen Einblick in eine Thematik, mit der man sich sonst in seinem Alltag nicht so ausführlich auseinandersetzt.
 
Schade fand ich allerdings, dass das Ende doch recht abrupt gekommen ist und man nicht erfahren hat, wie es denn mit Lulu und Ben weitergeht.

Bei "Im Pyjama um halb vier" handelt es sich um eine lockere und leichte Lektüre, die es aber trotzdem schafft ein ernstes Thema mit in die Geschichte einzubinden und damit für eine ungeahnte Tiefe sorgt. Auf jeden Fall empfehlenswert.



Cover: 3/5
Charaktere: 4/5
Schreibstil: 4/5
Handlung: 4/5



1 Kommentar:

  1. Schöne Rezi :) Schätze aber mal, ich werde das Buch eher nicht kaufen. Wobei, ab und zu ist es schön, was ganz seichtes zu lesen :)

    AntwortenLöschen