Donnerstag, 14. März 2013

Selection





Erschienen:
Februar 2013 im Sauerländer Verlag


Seiten:
368 Seiten als Hardcover

Originaltitel:
The Selection

Teil einer Serie?
Ja, 1. Teil einer Trilogie   





Dystopie meets "Der Bachelor".

Die junge Musikerin America wünscht sich eigentlich nichts sehnlicher, als ihre heimliche Liebe Aspen zu heiraten. Doch leider stammen die beiden aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten, was es ihnen sehr schwer macht an eine Zukunft glauben zu können.

Als America die Chance bekommt die Frau des zukünftigen Königs von Illeá zu werden stimmt sie widerwillig zu, um Aspen und ihrer Familie einen Gefallen zu tun.
 

Was sie jedoch nicht ahnt ist, dass sie schon bald zu den 35 Erwählten gehören wird, die um das Herz des Prinzen Maxon kämpfen werde.


Doch kann sie überhaupt einen anderen lieben, während ihr Herz immer noch von Aspen besetzt ist?





Der Klappentext dieses Buches klingt total spannend und auf vielen Blogs gibt es Rezensionen über das Buch, die recht gut ausgefallen sind. Grund genug für mich, mir dieses Buch mal genauer anzuschauen und zu sehen, was am Hype dran ist.

 
Das Cover finde ich ganz hübsch und besonders die Farben, in denen es gehalten ist gefallen mir besonders gut. Das Mädchen ist sehr hübsch (soweit man es sehen kann). Das Einzige, was mir nicht gefällt ist das Kleid. Darin sieht das Covermädchen eher aus wie ein Weihnachtsbaum. Trotzdem ist das Cover schlicht und verrät nicht all zu viel über die Handlung.


 

Die Charaktere haben mir größten Teil wirklich gut gefallen. Besonders America ist eine starke und reife junge Frau, die zumindest zum größten Teil genau weiß, was sie will.

America bleibt sich selbst treu und scheut sich auch nicht selbst im Angesicht der Königsfamilie und ihrem möglicherweise zukünftigen Ehemann, dem Prinzen, ihre Meinung loszuwerden. Das zeugt von Selbstvertrauen und einem starken Willen.

In diesem Buch haben wir es mit einer klugen jungen Frau zu tun, die schon früh gelernt hat, was im Leben wichtig ist nämlich Familie und Freunde. Damit kann sich sicherlich der ein oder andere identifizieren.

Sehr gut fand ich auch, das sie keine dämlich vor sich hin grinsende Puppe ist, deren einziger Wunsch es ist, die Frau des Prinzen zu werden. Sie bleibt den größten Teil der Geschichte recht rational und strahlt eine gewisse Intelligenz aus.

Was Prinz Maxon betrifft so kann ich meine Meinung zu ihm nur schwer in Worte fassen. Er macht einen netten und gütigen Eindruck, allerdings scheint er auch sehr oft von der ganzen Situation total überfordert zu sein, was bei seinen Verpflichtungen auch kein Wunder ist. Allerdings ist genau das der Grund, warum ich irgendwie nicht warm mit ihm geworden bin. Er scheint einfach nur ein netter, aber leicht überforderter Junge zu sein, der in diese Situation hinein geworfen wurde. Leider habe ich aber bisher noch nicht viel von seinem Charakter wahrnehmen könne, was sehr schade ist, denn nur ein netter Kerl, auch wenn es ein Prinz ist, bleibt einem nun mal nicht all zu lange im Gedächtnis.

Aspen dagegen hat es mir irgendwie leicht gemacht. Er ist mir doch sehr auf die Nerven gegangen. So sehr ich auch seine Lage verstehen kann, so sehr verabscheue ich seine Verhaltensweise. Ich verstehe schon, das er America liebt und nur das Beste für sie will, allerdings hat es mir manchmal den Eindruck gemacht, als würde Aspen morgens eine Münze werfen und sich dann entscheiden, ob er heute Interesse an America hat oder nicht.

Für meinen Geschmack hat er viel zu schnell aufgegeben und kommt dann wieder in Americas Leben geplatzt, als sie endlich wieder auf dem Weg der Besserung ist. Das geht für mich überhaupt nicht klar.

Die Autoren hat sich bemüht die restlichen Charaktere möglichst greifbar zu gestalten, was bei deren Anzahl doch recht schwierig zu sein schien und vielleicht auch deshalb nicht immer geklappt hat. Einige, wie zum Beispiel die Königsfamilie, ist für mich eher farblos geblieben.



Der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen, der er ist locker und einfach gehalten. Dadurch habe ich das Buch in gut einem Tag auslesen können.

Die Geschichte wird aus Americas Sicht erzählt und veranschaulicht gut die neue Situation und Umgebung mit der sie konfrontiert wird. Das macht die Sache für den Leser natürlich sehr aufregend, denn genau wie man selbst erlebt auch America alles ganz neu.

 

Die Handlung erinnerte mich ein bisschen an die Fernsehshow "Der Bachelor", die ich aber nie wirklich mochte. Mir widerstrebt ein wenig dieses Massenbeschau von Frauen mit dem Ziel "die Richtige" zu finden. 

Die Idee für das Buch ist zwar recht neu und auch gut umgesetzt, trotzdem finde ich die Vorstellung seinen Seelenverwandten mittels Casting zu finden einfach nur grauenhaft.

Sehr schade fand ich auch, dass dieses Buch zeitweise etwas eintönig war und zumindest für mich kaum Spannung aufgewiesen hat. Auch die Emotionalität ist für mich auf der Strecke geblieben.

Während ich zu Beginn des Buches gut mit America den Liebeskummer teilen konnte habe ich leider im Rest des Buches keine Emotion aufnehmen können.

Es war für mich alles etwas platt und leider stellenweise auch etwas vorhersehbar. Und an einigen Stellen hoffte ich, dass endlich mal etwas spannendes passiert und America nicht noch einen Tag mit ihren Mitbewerberinnen mit plaudern und Tee trinken zu bringt.

Ich bin mir noch nicht so sicher, wie es in den nächsten zwei Bänden weitergehen soll und ob ich diese dann auch lesen werde, denn auf eine erneute Geschichte mit einer Frau zwischen zwei Kerlen kann ich eigentlich recht gut verzichten.

Alles in allem ist "Selection" ein gutes Buch, das man schnell auslesen kann und das einen nicht wirklich langweilt, doch sollte man nicht auf eine besonders spannende Handlung hoffen, denn daran fehlt es dem Buch leider.



Cover: 4/5
Charaktere: 4/5
Schreibstil: 5/5
Handlung: 3/5


 







Selection (engl. The Selection)
The Elite (engl. erscheint im April 2013)






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