Donnerstag, 8. August 2013

Breathe - Gefangen unter Glas




Erschienen:
März 2013 im dtv-Verlag

Seiten:
432 Seiten als Hardcover

Originaltitel:

Teil einer Serie?
Ja, 1. Teil einer Trilogie









Es ist schwer sich vorzustellen, wie eine Welt ohne Bäume und Sauerstoff aussehen würde. Doch in genau so einer Welt leben Bea, Quinn und Alina. Sie sind in einer Kuppelstadt aufgewachsen, in der sie nur dank künstlichem Sauerstoff überleben könnnen. Die Welt um sie herum ist öde, leer und ohne jedes Leben. Zumindest will ihnen das die Regierung glauben machen.

Doch ein eigentlich harmloser Ausflug ins Ödland außerhalb der Kuppel eröffnet Quinn und Bea eine ganz neue und erschreckende Sichtweise, nachdem sie auf die Rebellin Alina treffen, die vor der Regierung fliehen muss.

Ob es den dreien gelingen wird einen sicheren Untschlupf zu finden und die Bewohner der Kuppel zu befreien verrate ich euch natürlich nicht. Dafür müsst ihr schon das Buch lesen.




Über "Breathe" habe ich schon einge Dinge gehört, gelesen und gesehen und war sehr neugierig, wie das Buch ist. Nachdem es mit der Rezi jetzt etwas gedauert hat, ist sie endlich endlich online.




Das Cover finde ich ganz hübsch, allerdings ist es jetzt auch nichts wirklich besonderes, was man noch nie zuvor in dieser Art gesehen hat.




Am besten von allen Charakteren hat mir Bea gefallen. War sie zu Beginn des Buches ein kleines, eher unscheinbares Mädchen, das viel zu sehr von ihrer Schwärmerei für Quinn eingenommen war, so hat sie sich während der Geschichte zu einer jungen Frau mit eigener Meinung, Stärke und Mut entwickelt. Das hat sie für mich sehr realistisch gemacht, auch wenn ich nur an wenigen Stellen ihre Entscheidungen und ihre Gefühle nachvollziehen konnte.
 
Etwas klischeehaft fand ich es allerdings, dass es mal wieder eine Geschichte mit Charakteren aus zwei verschiedenen Gesellschaftsschichten ist, die sich ineinander verlieben. Während Bea aus einer sehr armen Arbeiterfamilie kommt und von Geburt an gelernt hat, mit wenig auszukommen und für ihre Zukunft zu kämpfen, damit sie irgendwann ein besseres Leben hat, so musste sich Quinn um sein Leben nie wirklich Sorgen machen. Da Quinn aus einer reichen und hoch angesehenen Familie stammt, musste er sich nie um etwas sorgen und weiß daher auch anscheinend nicht, wie viel etwas wirklich wert ist.
 
Quinn ist mir am Anfang sehr auf die Nerven gegangen. Der reiche gutaussehende Kerl, der gar nicht mitbekommt, was um ihn herum passiert. Ein Jugendlicher, der "die große Liebe" auf dem Silbertablett genau vor seine Nase gestellt bekommt, sie aber überhaupt nicht wahr nimmt, sondern anderen Mädchen hinterher hechelt. Durch sein Leben im Überfluss scheint Quinn auch gerne mal die Realität zu übersehen, was ihn nicht unbedingt sympathischer für mich gemacht hat.
  
Was Alina betrifft so konnte ich sie nicht wirklich einschätzen. Sie ist eine starke und mutige Rebellin. Leider ist sie manchmal so besessen von einer Sache, dass sie den Blick für das Wesentliche verliert. Das macht sie teilweise zu einem sehr egozentrischen und egoistischen Menschen. Lieder ist sie mir auch aufgrund ihrer Stärke manchmal zu gefühlskalt und rational erschienen. Das war sicherlich auch der Grund, warum Alina mir irgendwie die ganze Zeit nicht wirklich sympathisch und vertraueserweckend erschienen ist.
  
Er ein oder andere Nebencharakter hat es trotz eher schwammiger Beschreibung geschafft gewisse Sympathie oder Antipathie zu erwecken. Ansonsten blieben viele Charaktere, wie zum Beispiel Onkel und Tante von Alina eher farblos und nur wenig aufregende Randerscheinungen.






Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Alina, Quinn und Bea erzeählt. So bekommt man einen guten Einblick in die Gefühle und Gedanken der Protagonisten. Allerdings kann es auch manchmal schwierig sein zwischen den verschiedenen Charakteren zu switchen, denn man gerät leicht in ein Gefühlschaos.
 
Der Schreibstil ist flüssig und frisch, was ein schnelles Lesen ermöglicht. Was ich als sehr angenehm empfand war die Tatsache, dass der Schreibstil nicht zu jugendlich und aufgesetzt war, denn das kann ganz leicht nach hinten losgehen und gestelzt und aufgesetzt klingen. Sehr schön, dass dies hier nicht der Fall war.







Die Autorin hat es geschafft mich schon auf den ersten paar Seiten mit ihrer Geschichte in den Bann zu ziehen. Auch wenn es für den Leser anfänglich sicherlich schwierig ist, sich ein Leben in einer abgeschlossenen Kuppel und eine Außenwelt ohne Sauerstoff vorzustellen, so kann man sich jedoch nach und nach in die Protagonisten hineindenken und so ihr Leben zu verstehen.
 
Die Grundidee dieser Geschichte finde ich wirklich gut, denn soetwas habe ich in einer dytopischen Geschichte bisher noch nicht gelesen. Doch an der Ausführung hat es manchmal gehapert, denn an der Story, wie Jugendliche durch eine zerstörte Stadt finden müssen um Schutz zu suchen ist nicht unbedingt neu.
 
Einige Wendungen kamen für mich zwar nicht unbedingt unerwartet, leider hat ihnen aber oftmals die Spannung gefehlt, so das ich nur dachte "Na und?".
 
Genervt hat mich allerdings die klischeehaft böse Regierung, die einzig aus Geld- und Machtgier heraus handelt. Besonders der Präsident ist ein Charakter, der mich richtig angeekelt hat, sobald er auf der Bildfläche aufgetaucht ist.
 
Trotzdem fand ich die Geschichte aber so gut, dass es mich interessiert hat, wie es mit den drei Protagonisten weiter geht. Auch wenn ich manchmal die Handlungsweise einiger Charaktere so gar nicht nachvollziehen konnte und gewisse Dinge, die erwähnt werden für mich nicht glaubhaft wirken.
 
Die Fortsetzung würde ich mir aber auf jeden Fall auch zulegen, denn es interessiert mich schon, wie es mit Bea, Alina und Quinn weitergeht.





Cover: 3/5
Charaktere: 4/5
Schreibstil: 4/5
Handlung: 4/5









Breathe - Gefangen unter Glass
Breathe - Flucht nach Sequoia (dt. erscheint im November 2013)






Breathe
Resist (engl. erscheint im Oktober 2013)



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