Dienstag, 6. August 2013

Sommer offline




 
 
Erschienen:
März 2013 im Heyne Verlag
 
 
Seiten:
304 Seiten als Taschenbuch
 
 
Originaltitel:
 
 
Teil einer Serie?
Ja, erster Teil einer Dilogie (?)










Libby ist ein riesiger Geschichtsfan und was würde da besser passen, als den Sommer in einem historischen Museum zu verbringen in dem immer das Jahr 1791 herrscht?

Im maritimen Museum in Maine angekommen muss sie aber zu ihrem Schrecken feststellen, dass sowohl Handy als auch Make-up verboten sind. Nur gut, dass wenigstens der gutaussehende und charmante Cam auftaucht und ihren Sommer zu retten scheint.

Als dann jedoch auch noch ein Geist und ein ziemlich nerdiger Jungreporter auftauchen wird Libby's Welt auf den Kopf zu gestellt.




Ich habe ein gutes Buch für den Sommer gesucht und bin auf Grund des Titels und der Inhaltsangabe doch recht neugierig geworden.







Auch nachdem ich das Buch nun zu Ende gelesen habe kann ich mir das Cover immer noch nicht erklären. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, was das Cover mit dem Buch oder dessen Inhalt zu tun haben soll. Es ist zwar nett anzuschauen, aber irgendwie ohne Bezug zum Buch. Da gefällt mir das Originalcover doch deutlich besser, denn es ist aussagekräftiger und lässt etwas von der Handlung erahnen.






Libby ist zumindest was das Aussehen betrifft die klischeehafte Blondine. Immer top gestylt mit langen blonden Haaren und einem tollen Körper. Wäre sie auch geistig und charakterlich ein solches Klischee gewesen, hätte ich das Buch wohl schon nach den ersten paar Seiten wieder weggelegt. Doch glücklicherweise hat die 16-jährige Libby aus Minnesota mehr zu bieten.

Sie interessiert sich zwar auch für Mode, doch ihr liebstes Hobby ist die Geschichte. Sie kennt sich wirklich gut mit der Historie aus und ist mit einer solchen Leidenschaft bei der Sache, dass ich als Leserin begeistert war nicht wieder den immer gleichen Stereotyp vorgesetzt zu bekommen.

Allerdings kam es auch vor, dass ich Libby so gar nicht verstehen konnte. Da muss sie zu Beginn des Buches mit einer riesigen Zicke zusammen leben, die keine Gelegenheit auslässt sie mal direkt, mal durch die Blume, als Hure zu bezeichnen. Wäre ich Libby hätte ich mir das vielleicht einmal gefallen lassen, aber beim nächsten mal diese Zicke rückwärts durch die nächste Hecke gezogen.

Der Protagonist Garrett ist aber dann doch wieder der typische Nerd, der unter der Fassade (wie könnte es anders sein) noch mehr zu bitten hat. Allerdings bekommt man bis fast zum Schluss nur wenig aus Garretts Privatleben mit und so ist es mir schwer gefallen diesen Charakter kennen zu lernen und ihn einzuschätzen.

Was Cam angeht, so habe ich mich schon nach kurzer Zeit eine Meinung über den selbstbewussten Schönling gebildet, die auch während der gesamten Story doch mehr als bestätigt wurde. Eigentlich schade, denn so war fast von Anfang an klar, wie sich die Geschichte entwickeln wird.

Die restlichen Charaktere sind doch etwas sehr farblos und beliebig geblieben und daher bin ich mir nicht so sicher, welchen Charakter man hätte weglassen konnte.







Der Schreibstil ist recht schlicht gehalten, für meinen Geschmack aber zwischen drin etwas zu jugendlich und legere, was sich etwas merkwürdig gelesen hat. Zwar ist es ein Jugendroman, trotzdem finde ich einen zu jugendlichen Schreibstil immer etwas schwierig, da es leicht aufgesetzt und stellzig klingt.

Wirklich Spannung und Emotion kam aber bei mir nicht auf, aber trotzdem hat sich die Geschichte recht schnell weglesen lassen.






Was die Handlung betrifft war ich doch recht überrascht, denn bei der Beschreibung von Libby hatte ich wirklich Angst mich mit einer oberflächlichen und seichten Person rumschlagen zu müssen. Glücklicherweise hat Libby aber mit mehr Facetten geglänzt, auch wenn ich zeitweise nicht nachvollziehen konnte, wie man nur so naiv und blind sein kann, was Cam betrifft.

Da die Handlung an manchen Stellen recht vorhersehbar war kam nicht wirklich Spannung auf und man hat schnell gemerkt, wo es hingehen soll mit der Geschichte.

Manche Handlungen der Charaktere waren für mich nicht ganz nachvollziehbar. So ist Libby den ganzen Sommer von ihren Eltern getrennt und verliert kein Wort darüber. Auch wird nicht von Telefonaten oder Briefen erwähnt, was ich persönlich etwas unlogisch finde. Welche Eltern melden sich denn einen ganzen Sommer nicht bei ihrer minderjährigen Tochter?

Die Geschichte hat sich doch sehr schnell lesen lassen, auch wenn mir Dev als Klischee-Schwuler, ordentlich auf den Keks gegangen ist, denn er hat meiner Meinung nach den schmalen Grad zwischen liebeswert ausgeflippt und schrullig sehr schnell überquert und war nur noch überpräsent und nervig.

Die Fortsetzung der Geschichte ist im englischen bereits erschienen und ich habe auch schon angefangen sie zu lesen, denn es verspricht zumindest auch wieder eine leichte Sommerlektüre zu werden, wie der erste Teil.






Cover: 2/5
Charaktere: 3/5
Schreibstil: 3/5
Handlung: 3/5

















Sommer offline






Pilgrims don't wear pink
Confederates don't wear couture (engl. bereits erschienen)









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